Weiblich, jung, wütend

ein Workshop unserer Clubschwester Marlies Hesse:

 

Fotografin: Susanne Wilwerscheid

Fotografin: Susanne Wilwerscheid

Fotografin: Susanne Wilwerscheid

Weiblich, jung, wütend, war der Workshop überschrieben, zu dem ich beim Internationalen Frauentag im Kölner Rathaus am 07.03. die Moderation übernahm. Als eine der ältesten Mitglieder im SI Club Köln-Römerturm und als Stifterin des Nachwuchspreises des Journalistinnenbundes bewege ich mich schon seit über 20 Jahren generationsübergreifend im Dialog zwischen Jung und Alt. Schon von daher war es nicht abwegig, vier Netzwerk-Aktivistinnen aus den Generationen „z“ und „y“ zu ihrem Engagement bei „Fridays for Future“ und beim „Frauenstreik-Bündnis Köln “ zu befragen und Erfahrungen zwischen einst und jetzt miteinander auszutauschen. Die jüngste Vertreterin, gerade mal 13 und bestens vertraut mit den sozialen Medien, nahm als Betreuerin der Kölner WhatsApp/ fff schon seit Anfang 2019 an vielen Aktionen und Demonstrationen teil. Auch Ihre Mitstreiterin, 18 Jahre alt und Mitgründerin der Kölner Ortsgruppe, hat sechs Monate lang jeden Freitag gestreikt. „Ziviler Ungehorsam ist der einzige Weg etwas zu ändern“, betonte sie mit Nachdruck. Die zumeist älteren Workshop-Teilnehmerinnen zollten ihnen Respekt und Anerkennung, weil es ihnen im September 2019 in Köln gelang, 70.000 junge Menschen für den Klimaschutz auf die Straße zu bringen. Unabhängig davon äußerten sie sich zugleich kritisch zu Strategieänderungen für „Fridays for Future“. Inzwischen bescherte ihnen das Corona-Virus ein vorläufiges Streik-Ende.

Die beiden vom Frauenstreik-Bündnis eingeladenen Vertreterinnen zählten zur Generation „y“, geboren zwischen 1980-1995. Während sich die eine Potenzialträgerin selbst als Feministin „durch Zuschreibung, selbstbewusst und glücklich“ beschrieb, bekannte die andere, bereits „von Geburt an Feministin“ zu sein. Wütend mache, dass Frauen im Jahr immer noch für Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und Frauenrechte kämpfen müssen, beklagten sie übereinstimmend. Ihre konkret formulierten Forderungen im Aufruf „Wenn wir streiken, steht die Welt still“, stieß im Plenum auf große Unterstützung.

Als persönliches Fazit nahm ich aus dem Workshop mit, wie wichtig es ist, die Anliegen der Jugendlichen sehr ernst zu nehmen und Frauen in zahlreichen Netzwerken zu ermutigen, ihre Stimme zu erheben, um gemeinsam für eine bessere Lebenswelt einzutreten.

 

Marlies Hesse




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